Ist jetzt die Katze aus dem Sack ?
24. September 2007 von Herausgeber
Minden – Das Mindener Tageblatt berichtete in Ihrer Ausgabe vom 22.09.2007, das sich die Konzernleitung der Kampa AG damit beschäftigt, den Standort Minden zu schließen.
Der Kampa-Vorstandsvorsitzende fordert in seinem Haustarifvertrag, den Verzicht von 4 Urlaubstagen (bislang 30 Tage) und zusätzlich eine Wochenzeitverlängerung von 4 Stunden auf 44 Stunden ohne Lohnausgleich.
Die Betriebsräte fordern im Gegenzug eine Standort- und Beschäftigungssicherung für 2 Jahre gefordert.
Die Unternehmensleitung will jedoch nur Ihre Forderung durchgesetzt haben, andernfalls schliesse man den Standort Minden.
Dass die Forderung der Betriebräte und der Gewerkschaft nicht angenommen wird, sollten sie wissen. Durch die längeren Arbeitszeiten und die verkürzten Urlaubstage werden “Humanressources” (Arbeitskraft) frei. Damit werden Mitarbeiter “überflüssig” und können gehen. Bei einer Beschäftigungssicherung wäre der Effekt nicht da.
Die Mitarbeiter von der Kampa AG müssen sich auf ganz harte Zeiten einstellen, denn Ihr Unternehmen ist Gesichtslos geworden. Die führenden Männer im Konzern sind an möglichst hohen Renditen interessiert. Das ist Ihr Job beim Private-Equity-Investor Tritron. Die einzige Zielsetzung ist die Gewinnoptimierung. Moralische Beweggründe (wie z. B. die Erhaltung oder Schaffung von Arbeitsplätzen) träten zugunsten der möglichst hohen Renditen in den Hintergrund. Soziale Kompetenz gehört nicht zu der Firmenphilosophie.
Nicht nur der Investor
Es ist in Deutschland, „Gott sei Dank“, erlaubt sein Unternehmen zu verkaufen. Wenn das Kartellamt und die ein oder andere Behörde mitmachen, kann man an jedem Menschen oder Gesellschaft sein Unternehmen verkaufen. Die Frage ist jedoch, ob nicht auch hier soziale Kompetenz gefragt ist. Das Handel und Tun von Tritron und deren Interessen dürften doch auch schon vor 12 Monaten hinlänglich bekannt gewesen sein. Nun ist es zu spät und vielleicht wird der Name Kampa für unsere Region ein Begriff für „Heuschrecken“ werden.
Fehler der Vergangenheit
Dass wohl auch viele Fehler aus der Vergangenheit dazu beigetragen haben, das die Zahlen des Unternehmens nicht mehr stimmen, dürfte klar sein. Vielleicht hätte man in den Bereich „niedrig Energiehäuser“ viel mehr investieren sollen. Auf der Unternehmens Webseite ist jedoch nur eine Produktlinie die etwas mit Energiesparhäusern zu tun hat. Den Trend verschlafen kann man dazu nur anmerken.
Fazit
Solange es Konsortien gibt die nach der Übernahmen von Unternehmen, diese nicht führen, sondern nur abwickeln wollen, werden in Deutschland noch mehrere Arbeitnehmer vor dem gleichen Weg stehen, wie die von der Kampa AG.