Das Recht auf bezahlbare Energie
18. Oktober 2007 von Herausgeber
Minden – Wir leben in einer Zeit, in der der Bezug von Strom normalerweise ein Grundrecht jedes Bürgers sein müsste. Denn ohne Strom funktioniert in keinem Haushalt mehr etwas.
Wieder mal greifen die Energiezulieferer in unsere Geldbörse. Ab Januar 2008 hebt die heimische Eon-Tochter Westfalen-Weser den Gaspreis um 8,78 Prozent, den Strompreis sogar um 9,13 Prozent an.
Dadurch ergibt sich für die beliebte „Durchschnittsfamilie“ eine monatliche Mehrbelastung von 16.- Euro. Das macht im Jahr immerhin auch 192.- Euro weniger in der Haushaltskasse.
Leider gibt es nicht nur „Durchschnittsfamilien“ die sich das leisten können oder mit der errechneten Mehrbelastung hinkommen. Ältere Menschen, die Ihr Leben lang gearbeitet haben oder Ihre Kinder groß gezogen haben, haben bei den teilweise spärlichen Rentenzahlungen nur die Möglichkeit die Heizung runter zu drehen und das Licht auszuschalten. Von den zahlreichen Hartz-4 Empfängern und den kleineren Unternehmen, die nicht mehr wissen, wie Sie die laufenden Kosten umlegen sollen, gar nicht zu reden.
Richtig, man kann Energie sparen. Mit einer neuen Heizung, besserer Dämmung des Hauses und Einsatz energieeffiziente Geräten ist jede Menge Energie zu sparen. Leider muss man das notwendige Kapital haben, um diese Maßnahmen zu ergreifen.
Bei den Rekordgewinnen der Energieindustrie sind diese Erhöhungen eine Frechheit. Unseren gewählten Vertretern aus der Politik fällt dazu nur ein, dass man Energie sparen oder den Zulieferer wechseln solle.
Deshalb muss ein Grundrecht auf bezahlbaren Strom her. Nicht um Energie zu verprassen, sondern um sie bewusst zu nutzen. Die Liberalisierung des Strommarktes war ein Schuss in den Ofen. Deutschland wurde auf vier Stromanbieter aufgeteilt und diese Unternehmen geben den Preis an.
Jedoch sollte man diese Unternehmen gerade von politischer Seite nicht ganz so schnell an den Pranger stellen. Als Städte und Kommunen, durch Ihre Fehlwirtschaft, gnadenlos verschuldet waren (und sind), kamen Ihnen die Energieversorger gerade recht, um Ihnen die jeweiligen Stadtwerke abzukaufen und damit Ihre Finanzlöcher zustopfen.
Was haben diese Kommunalfürsten denn gedacht, das der Kauf ein Akt der Menschenliebe war. Durch jeden Zukauf wurde das Monopol von den paar Energiezulieferern gefestigt und nun holen Sie Ihre „Ernte“ rein.
Also dann bis zur nächsten Erhöhung und die kommt, denn Strom und Gas wird ein Luxusprodukt.