Hilfe für die Autoindustrie???
5. November 2008 von Herausgeber
Wer hat Schuld an der Krise?
Minden – Die Branche die im Augenblick am meisten leidet, ist die Autoindustrie. Bei den großen Herstellern in Deutschland ruhen die Bänder. Auch in der restlichen Welt ist die Krise voll da. Und nun rufen die großen Konzerne nach staatlicher Hilfe.
Die KFZ-Steuer bringt den Länder 8 Millarden Euro pro Jahr…
Eine zeitlich befristete Aussetzung der Kfz-Steuer, bei besonders schadstoffarmen Neuwagen bis Ende 2010, soll die kriselnden Autoindustrie wieder in Schwung bringen und damit den Verbrauchern ein zusätzlicher Anreiz geboten wird, neue Fahrzeuge zukaufen. Die etlichen Millionen von Bundesbürgern die sich kein neues Auto leisten können, werden nichts davon haben, ganz im Gegenteil. Die KFZ-Steuer fließen in die Landeshaushalte und bringt pro Jahr rund acht Milliarden Euro ein. Da die Kassen der Länder schon länger nicht gerade überlaufen, werden wahrscheinlich durch die fehlenden Einnahmen der KFZ-Steuern, einige andere wichtige Projekte auf der Strecke bleiben. Der Bund hat sich zwar bereiterklärt die Länder zu entschädigen. Dann fehlt aber das Geld dem Bund und es kommt im Endeffekt für den “normalen” Bürger auf das Gleiche raus.
Das den Zocker von den Großbanken geholfen werden musste, ist zwar bitter, aber leider notwendig. Jetzt also auch die Autoindustrie. Die Manager dieser Unternehmen haben mit Ihrer Modellpolitik jahrelang daneben gelegen. SUV (Sport Utility Vehicle) wie z. B. Porsche Chayenne, MB GL-Klasse, Audi Q7 oder auch der neue Peugeot 4007 sind vielleicht tolle Autos, aber haben einen zu hohen Treibstoffverbrauch. In Zeiten, wo der Liter Super 1,50 € kostet (kurz vor der Finanzskrise) oder Superplus (z.B für den Porsche) bei 1,70 € lag, überlegt sich auch der größte Autonarr, ob es nicht eine Portion kleiner sein darf. Die Hersteller jedoch bringen einen Spritfresser nach dem anderen heraus. Auch bei anderen Modellreihen wurde mehr auf PS als auf Sparsamkeit geachtet. Der Kunde will das ja so. Falsch, den die ganzen tollen neuen Autos stehen bei den Autohändlern (die einfach nur zu bedauern sind) rum.
Die Automobilhersteller haben nicht Autos für Kunden gebaut, sondern Kunden für Ihre Produkte gesucht.
Gern kommt, wenn man benzinsparenden Autos verlangt, das Beispiel des „3-Liter“ VW Lupo (Lupo 3L TDI).
Ein Ladenhüter, wie es im Buche steht, war dieses Auto. Stimmt, denn er war, wieder mal, zur falschen Zeit auf den Markt gekommen. Vor 10 Jahren (1997 kam er auf den Markt) hatte doch die meisten Autofahrer das Gefühl, der Benzinpreis würde nie an 2 DM heran kommen. Deshalb wurde die Produktion endgültig 2005 beendet. Heute sieht das vielleicht etwas anders aus.
Warum also staatliche Hilfe? Wo sind die staatlichen Hilfen für den Bäcker, Tischler oder Mauerer um die Ecke?
Sicherlich hängt an der Automobilindustrie eine enorme Anzahl von Arbeitsplätzen. Aber der Staat wäre überlastet, jeder Branche, die auch durch eigene Fehler in die Krise gerät, zu helfen. Dann könnte ja alles gleich verstaatlicht werden. Das hätte den Vorteil, dass der Staat nicht nur die Verluste begleichen muss, sondern auch die Gewinne hat. Und da wir alle der Staat sind, hätte vielleicht der Steuerzahler etwas davon.
Wahrscheinlich jedoch wird es Hilfe vom Staat und auch von der EG geben. Hoffentlich hinterfragen sich danach, die Manager der Automobilbranche und schieben nicht alles auf die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise, sowie auf die Finanzkrise.