SEK-Einsatz an Schule Stemwede – Ermittlungen beendet
14. November 2008 von Redaktion
Polizeiliche Ermittlungen konnten schnell zum Abschluss gebracht werden. Die polizeilichen Ermittlungen hinsichtlich der Gefährdungslage am Schulzentrum in Stemwede-Wehdem konnten schnell zum Abschluss gebracht werden.
Minden/Stemwede-Wehdem – Die polizeilichen Ermittlungen hinsichtlich der Gefährdungslage am Schulzentrum in Stemwede-Wehdem (wir berichteten) konnten schnell zum Abschluss gebracht werden.
Nachdem am Donnerstagmorgen, noch vor Schulbeginn, eine SMS mit dem Inhalt, dass ein Mann mit einer Axt zur Schule käme, polizeibekannt wurde, bereiteten sich die Beamten auf einen ernstzunehmenden Einsatz vor. Entsprechende Einsatzkräfte wurden aus Gesamtostwestfalen, dem angrenzenden Niedersachsen, sowie auch aus Recklinghausen und Münster nach Stemwede beordert.
Bereits nach ca. einer Stunde wurde den Beamten klar, dass die SMS ihren Ursprung in einem Gerücht hatte, das sich als falsch herausstellte.
Gegen 09.00 Uhr konnte der Einsatz beendet werden.
Die anschließenden Ermittlungen über den Ursprung der SMS machten deutlich, dass -wie bereits vermutet- ein Einsatz am Mittwochmittag in Stemwede-Dielingen den Hintergrund lieferte. Ein psychisch kranker Mann musste in eine Fachklinik eingewiesen werden. Dieser Umstand wurde von Schülerinnen und Schülern des Schulzentrums aufgenommen und per SMS und auch im Internet-Chat aufgebauscht. Letztendlich gipfelte der SMS-Verkehr in der oben geschilderten Vermutung, ein Mann mit einer Axt käme zur Schule.
Nach der Befragung von sechs Realschülerinnen der 8. und 10. Klasse sowie der Begutachtung einiger Handys stand für die Ermittlungsbeamten des Lübbecker Kriminalkommissariates fest, dass die Kinder bzw. Jugendlichen sich durch die SMS und Mails in eine unterschwellige Hysterie simsten. Zu keiner Zeit beabsichtigten sie, die Polizei durch eine bewusste Täuschung zu einem derartigen Einsatz zu veranlassen.
Da bezüglich des SMS-Versendens und Verschickens der Mails keine strafrechtlichen Bestimmungen tangiert wurden, stellten die Beamten ihre Ermittlungen ein.
Der Einsatz geht zu Lasten der Landeskasse.
Um jedoch Nachahmer zu warnen stellen die Beamten klar, dass ein wissentlich herbeigeführter Einsatz mit dem Ziel der Täuschung strafrechtlich rigoros verfolgt und auch kostenpflichtig gemacht wird.
Hier sind schnell Summen im sechsstelligen Bereich erreicht!
Der Opferschutzbeauftragte der Minden-Lübbecker Polizei und Mitarbeiter des Kommissariates Vorbeugung kümmerten sich bereits unmittelbar nach dem Vorfall um die zum Teil sehr beunruhigten Kinder. Gemeinsam mit dem Schulkollegium sollen die in dieser Woche gemachten Erfahrungen aufgearbeitet werden.
Die Beamten bieten den betroffenen Schülern und auch den Eltern an, über den unbedenklichen Umgang mit Handys -deren Gebrauch auch Gefahren aufzeigt- und das sichere Chatten in Internetforen wie dem ICQ zu diskutieren.
(Quelle: Polizei Minden, 2008)