Detmold: Orchestermusiker des Landestheaters protestieren
23. November 2008 von Redaktion
Orchestermusiker des Landestheaters Detmold protestieren weiter gegen die Abkopplung vom öffentlichen Dienst - Arbeitgeber drohen mit Kündigung des Tarifvertrages
Minden/Detmold – Seit Anfang Oktober 2008 nimmt das Orchester des Landestheaters Detmold an dem bundesweiten Protest- und Warnstreikaktionen der Orchester teil.
Protest mit Musik statt Trillerpfeifen
Die Aktion der Musiker ”Protest mit Musik statt Trillerpfeifen” kommt bei den Publikum sehr Positiv an und es gibt Verständnis für die Forderungen der Musiker.
Kündigung des gesamten Tarifvertrages angedroht
Die Arbeitgeberseite, vertreten durch den Deutschen Bühnenverein, läßt sich, trotz des Engagements und geschlossenen Auftretens der Orchestermusiker (ca. 200 Aktionen in 80 Städten), nicht von ihren, für die Mitarbeiter inakzeptablen, Forderungen abbringen. Nun wird die Kündigung des gesamten Tarifvertrages durch den Arbeitgeber ultimativ angedroht.
Worum geht es bei diesem Konflikt?
Die Arbeitgeber fordern von den Musikern erhebliche Zugeständnisse in verschiedenen Bereichen ihres Tarifvertrages. In den seit 2004 laufenden Verhandlungen hat die DOV (Deutsche Orchestervereinigung) bereits in vielen Punkten gezeigt, dass sie sich notwendigen Anpassungen nicht verweigert. Im Hauptstreitpunkt, der Vergütungsankopplung an den Öffentlichen Dienst, sieht sie jedoch keinen Spielraum mehr, nicht zuletzt, um künftig alljährliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Nach wie vor wird den Musikern die Vergütungsanpassung, die die ver.di für den TVöD im Frühjahr ausgehandelt hat, verweigert, obwohl das der noch geltende Tarifvertrag vorsieht.
Es wäre der erster Streik seit 1950 in Opernhäusern
Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat alle Orchester, für die der TVK (Tarifvertrag für Musiker in Kulturorchestern) gilt, erneut zu Protestaktionen aufgerufen. Ab sofort wird das Publikum vor jeder Vorstellung mit Transparenten und Flugblättern informiert.
Sollte der deutsche Bühnenverein und die deutsche Orchestervereinigung (DOV) nicht eine für beide Seiten akzeptablen Lösung finden, drohen flächendeckenden Streiks in deutschen Opernhäusern und Konzertsälen, mit Ausfällen von Vorstellungen und Konzerten. Während dies in anderen Ländern (aktuell Mailänder Scala und mehrere Orchester in den USA) nichts Ungewöhnliches ist, wäre dies in der deutschen Orchesterlandschaft das erste Mal seit den 1950er Jahren. Nach jahrelangen zermürbenden Auseinandersetzungen mit Ihren Arbeitgebern, sind die Musiker entschlossen, für ihre Rechte zu kämpfen.