Minden: Goldschatz dank Sponsoren bald im Museum
16. Dezember 2008 von Redaktion
Goldschatz bei Renovierungsarbeiten entdeckt – Museum erwirbt den Fund mit Hilfe von Sponsoren
Minden – Auf einen wahren Schatz ist ein Hausbesitzer in der Mindener Altstadt vor rund zwei Jahren beim Umbau seines Fachwerkhauses gestoßen. Der Brite Richard Ward fand im Boden unter den verrotten Dielen 37 wertvolle Goldmünzen aus dem Mittelalter.
Der Goldschatz wurde im 16. Jahrhundert ein unter einem Haus in der Brüderstraße vergraben
Er setzte sich unmittelbar danach mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt und mit den Mindener Münzfreunden in Verbindung. Allen war schnell klar: Hier ist etwas sehr seltenes zu Tage gekommen. Das Mindener Museum hat den Goldfund jetzt mit Hilfe von mehreren Sponsoren für seine Daueraustellung erworben und im Rahmen eines Pressetermines vorgestellt.
Der Goldschatz wurde im 16. Jahrhundert ein unter einem Haus in der Brüderstraße vergraben und nun – 500 Jahre später – entdeckt und gehoben. 37 Goldgulden waren auch vor einem halben Jahrtausend sehr viel Geld. “Man muss einen richtig reichen Mindener als Besitzer vermuten, der mit diesem Schatz seine Zukunft oder seine geschäftliche Aktivität sichern wollte – immerhin gab es damals in Westfalen weder eine Rentenversicherung noch eine Bank”, so Museumsleiter Martin Beutelspacher.
Der Fund steht dem Finder und Grundstückseigner zu, der ihn jedoch der wissenschaftlichen Bearbeitung zur Verfügung stellen muss. Dr. Peter Ilisch vom Landesmuseum in Münster hat die 37 Münzen bestimmt. Die Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums hat mit Hilfe von Sponsoren aus der Region den Schatz für das Mindener Museum erwerben können. Geholfen haben dabei die Münzfreunde Minden, die Volksbank Minden, die Rudolf-August Oetker Stiftung Bielefeld und die Dr. Hans-Joachim und Christa Strothmann Stiftung Minden. Immerhin war eine namhafte fünfstellige Summe zu stemmen.
Goldschätze sind ausgesprochen selten, auch im 16. Jahrhundert überwiegen bei den Münzen die Silbermünzen. Umso stärker belegt dieser Schatz die Prosperität der Stadt Minden in dieser Zeit. Warum der Schatz nicht wieder ausgegraben wurde, ist unbekannt. “Man kann vermuten, dass der Besitzer einen Unfall hatte oder von einer schnell verlaufenden tödlichen Krankheit erfasst wurde, bevor er sein Geheimnis weitergeben konnte. Es kann aber auch sein, dass er von einer Geschäfts- oder Pilgerreise nicht mehr zurückgekehrt ist”, so Beutelspacher.
Der Schatz soll als Teil der geplanten neuen Dauerausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
(Quelle und Foto: Pressestelle der Stadt Minden, 2008)

