ver.di: Teilverstaatlichung der Commerzbank notwendig
12. Januar 2009 von Redaktion
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) beurteilt die Teilverstaatlichung der Commerzbank als Stärkung einer systemrelevanten Bank und daher als notwendig.
Minden/Berlin – Das ver.di-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong betonte, er erwarte von den Eigentümern und insbesondere von der Bundesregierung, dass sie ihren Einfluss auf den Vorstand geltend machen, um möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte zu erhalten und die Verschmelzung von Commerzbank und Dresdner Bank über mehrere Jahre vor allem sozial gestalten.
ver.di habe immer vor Großfusionen im deutschen Bankgewerbe gewarnt, aber…
Es wäre paradox und schädlich, wenn auf der einen Seite Steuergelder zur Stützung eines Unternehmens fließen würden und diese Belastung des Steuerzahlers dann auch noch zu höheren Belastungen durch die gesellschaftlichen Kosten der Arbeitslosigkeit führen würden, erklärte Foullong. Es würde in der speziellen Verantwortung der Bundesregierung liegen, diesen Negativeffekt zu vermeiden.
ver.di habe immer vor Großfusionen im deutschen Bankgewerbe gewarnt, auch vor der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank, so Foullong. Jetzt sei eine wirtschaftliche Situation entstanden, in der eine deutliche Unterstützung durch den Staat erforderlich sei.
ver.di fordere vom Vorstand der Commerzbank, in den anstehenden Sozialplanverhandlungen zu beschäftigungs- und standortsichernden Regelungen zu kommen. Der bisher verabredete Kündigungsausschluss bis Ende 2011 sei ein erster richtiger Schritt. Angesichts der Dimension und der langfristigen Auswirkungen dieser Übernahme seien weitere Regelungen zum Schutz der Beschäftigten von Commerzbank und Dresdner Bank erforderlich. Es gehe vor allem darum, die Kulturen und Arbeitsbedingungen aus zwei Banken zusammenzuführen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. »Der beste Weg dahin ist ein für alle Beschäftigten sozial gestalteter Übergang in die neue Commerzbank-Welt«, bekräftigte Foullong.