Paderborn: Aktueller Stand der Ermittlungen im Mordfall Kardelen
18. Januar 2009 von Redaktion
Entsetzen und Trauer – Trauermarsch mit 8000 Teilnehmer – Aktuell sind etwa 340 Hinweise per Telefon, E-mail, Fax und persönlich eingegangen – Hotline geschaltet
Minden/Paderborn – Am Samstagnachmittag gab die ermittelte Staatsanwaltschaft und Polizeibehörde den aktuellen Stand der Ermittlungen bekannt. Das hohe Interesse der Bevölkerung und die große Anteilnahme am gewaltsamen Tod von Kardelen zeigten am Freitagabend in der Paderborner Innenstadt beim Trauermarsch 8000 Teilnehmer. Die hohe Motivation der Bürgerinnen und Bürger, an der Verbrechensaufklärung mitzuwirken, spiegelt sich in der Menge der Zeugenmeldungen wieder, die bei der Mordkommission eingehen. Aktuell sind etwa 340 Hinweise per Telefon, E-mail, Fax und persönlich eingegangen. Allen Anhaltspunkten geht die Polizei gründlichst nach.
Mordkommission besteht aus 50 Beamten
Die aus 50 Beamtinnen und Beamten bestehende Mordkommission gewährleistet, dass jeder Information schnellstens nachgegangen wird. Einige Informationen führten zu keinen weiteren Ermittlungsansätzen, viele Hinweise erfordern weitere Nachforschungen. Eine heiße Spur ist noch nicht dabei.
Am Möhnesee und in Paderborn werden intensive Befragungen durchgeführt. Dazu gehört, dass im Wohngebiet des getöteten Mädchens Anwohner und Passanten befragt werden.
Jede noch so kleine Beobachtung kann wichtig sein. Es sind Beobachtungen, die den Menschen selbst vielleicht unwichtig erscheinen, so dass sie sie nicht von sich aus weitergeben. Die Ermittler fragen darum im kleinsten Detail nach allen noch so unwichtig erscheinenden Dingen. Im Abgleich untereinander kann sich der entscheidende Hinweis darunter befinden.
So entsteht ein Bild der Situation vor Ort am Montagnachmittag, als Kardelen verschwand.
Die Spurensuche am Fundort ist zunächst abgeschlossen. Das Landeskriminalamt NRW wertet die Spuren auch am Wochenende mit Hochdruck aus, um der Mordkommission schnellstmöglich Ergebnisse vorlegen zu können.
Am Freitag konnte aufgrund mehrerer sicherer Zeugenaussagen, belegt werden, dass die Kleidung des Mädchens schon am frühen Dienstagmorgen im Bereich der Staumauer gesehen wurde.
Damit kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass die Beobachtungen eines Zeugen mit dem Fall in Verbindung stehen. Dieser Zeuge hatte angegeben, dass er gegen 10 Uhr ein Kind in Begleitung eines Mannes auf der Staumauer gesehen habe.
In die Ermittlungen sind neben der 50köpfigen Mordkommission auch die Fallanalytiker des Landeskriminalamtes eingebunden, die Parallelen zu anderen Fällen untersuchen.
Um die Ermittlungen im Fall Kardelen nicht zu gefährden bitten Polizei und Staatsanwaltschaft um Verständnis, dass viele Details aus den bislang gewonnen Erkenntnissen nicht veröffentlicht werden können. Ziel der Ermittler ist es, dieses Kapitalverbechen aufzuklären und den Täter zu überführen.
Polizei und Staatsanwaltschaft bitten weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. In Paderborn, am Möhnesee und auf den Strecken von Paderborn zum Möhnesee wurden Plakate und Flugblätter in deutsch und türkisch verteilt. Die Fragen der Polizei lauten:
Wer hat in Paderborn im Bereich Benediktinerstraße, Liegnitzerstraße am Montagnachmittag ein verdächtiges Fahrzeug gesehen?
Wer hat das Mädchen seit Montagnachmittag gesehen?
Wer hat auf möglichen Strecken zwischen Paderborn und dem Möhnesee insbesondere im Bereich von Park-/ Rastplätzen oder Tankstellen verdächtige Beobachtungen gemacht?
Wer hat verdächtige Beobachtungen im Bereich der Staumauer des Möhnesees gemacht?
Jede noch so unwichtig erscheinende Information kann für die Ermittlungen von Bedeutung sein.
Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle oder die Mordkommission in Paderborn entgegen. Bei der Paderborner Polizei ist eine Hotline mit der Nummer 05251/3062009 geschaltet.