Bad Oeynhausen: Finderin des Findelkinds auch die Mutter ?
8. Februar 2009 von Redaktion
Mutter des Findelkindes ermittelt – Jugendamt steht in Kontakt
Minden/Bad Oeynhausen – Die Polizei hat die Mutter des am vergangenen Samstag vor der Kurklinik Bad Oexen in Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) gefundenen Säuglings ermittelt. Die Beamten des zuständigen Kriminalkommissariates 11 aus Minden konnten die Frau am Mittwoch ausfindig machen. Sie stammt aus dem Kreis Minden-Lübbecke.
Die Mutter steht im Kontakt mit dem Jugendamt
In einem langen Gespräch mit den Kriminalbeamten wurde deutlich, dass sich die Frau in einer Krisensituation befindet. Über die Medien hat sie sich in den letzten Tagen über das Wohlergehen ihres kleinen Mädchens informiert. Außerdem war sie nach eigenen Angaben drauf und dran, sich anonym zu melden. Nach Medienberichten soll es sich bei der Mutter um die Finderin (hatte das Baby auf Parkplatz gefunden) handeln.
Zum Schutz der Frau – sie ist nicht minderjährig – und des Kindes gibt die Polizei keine weiteren Einzelheiten zu ihren Ermittlungen sowie den Umständen der Geburt bekannt. „Wir haben keine Täterin gesucht, sondern ein Opfer”, sagt die Polizei. „Weiterhin sind wir froh, mit unserer Arbeit dazu beigetragen zu haben, dass das kleine Mädchen nun kein Findelkind bleiben muss”, so die Beamten weiter. Die polizeilichen Ermittlungen sind nunmehr abgeschlossen.
Nach den ersten Gesprächen mit den ermittelnden Beamten der Kreispolizei Minden-Lübbecke wurde das Jugendamt der Stadt Bad Oeynhausen hinzugezogen. Die Mutter steht im Kontakt mit dem Jugendamt.
Ziel der Gespräche ist es nun, der jungen Frau Perspektiven für die Rückkehr des Babys zu ihr aufzuzeigen. Daneben wird sie aber auch umfassend über den Verlauf eines Adoptionsverfahrens und die Auswirkungen einer Adoption beraten. Die Beratungsgespräche dienen dazu, die Entscheidung der Mutter über die Zukunft ihres Kindes ohne Druck und unter Berücksichtigung aller Alternativen zu ermöglichen.
Gleichzeitig werden die Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt, wie finanzielle Unterstützungen oder der Hilfe durch eine Hebamme. Im Zuge der sozialpädagogischen Familienhilfe wird die Mutter beraten und es kann eine Begleitung in den heimischen Haushalt angeboten werden. Sofern eine Aufnahme dort nicht möglich sein sollte, wäre eine Vermittlung in einer Mutter-Kind-Einrichtung denkbar. Die beratenden Gespräche werden in den kommenden Tagen fortgesetzt.
Währenddessen wurde der Säugling, nachdem keine weitere medizinische Betreuung notwendig war, bereits am Mittwoch an die Bereitschaftspflegefamilie übergeben. Diese Familie ist darauf vorbereitet, das Baby für die kommenden Tage und ggf. Wochen aufzunehmen.